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Die richtige Formu­lierung einer Mieterhöhung

richtige Formulierung einer Mieterhöhung

Beim Mieter­an­schreiben zur Mieterhöhung kommt es auf die richtige Formu­lierung an. Als Vermieter müssen Sie einige Vorschriften, darunter auch die Einhaltung der richtigen Form bei Mieterhö­hungen beachten. Im deutschen Mietrecht sind die Regelungen diesbe­züglich streng und nur durch­setzbar, wenn alle Parameter inklusive der Beachtung formeller Aspekte stimmen.

Richtige Formu­lierung einer Mieterhöhung - Wichtige Inhalte

Die Voraus­setzung für eine akzep­table Mieterhöhung ist ein Anschreiben, das dem Mieter nachweislich zugestellt wird und das alle wichtigen Angaben enthält. Zu den Inhalten gehören die vollständige und korrekte Anrede aller Mieter sowie das Datum der Ausfer­tigung und das Datum der neuen Miete. Die Begründung, auf die wir im nächsten Absatz ausführlich eingehen, ist ein ebenfalls wichtiger Bestandteil einer gültigen Mieterhöhung. Beachten Sie, dass Sie eine angemessene Frist setzen und die Miete keines­falls zum Folge­monat erhöhen dürfen.

Mündliche Absprachen sind ungültig und entsprechen nicht der Formvor­schrift, die in Deutschland für die Zustellung von Mieterhö­hungen gilt. Dem gegenüber steht die eigen­händige Unter­schrift, die zwar möglich und vorteilhaft, von Gesetz wegen aber nicht zwingend erfor­derlich ist. Wenn Sie das Schreiben maschinell erstellen, müssen Sie nicht eigen­händig unter­zeichnen. In diesem Fall ist es aller­dings von Bedeutung, dass Sie auf den Verzicht der Unter­zeichnung in Folge der maschi­nellen Erstellung der Mieterhöhung hinweisen.

Wenn Sie die Erhöhung aufgrund einer Anpassung an die ortsübliche Vergleichs­miete vornehmen, legen Sie Ihrem Schreiben eine vorge­fer­tigte Zustim­mungs­er­klärung bei. Die Mieterhöhung wird nur gültig, wenn der Mieter zustimmt und seine Anerkenntnis schriftlich an den Vermieter zurück­sendet. In Ihrem Schreiben sollten Sie obendrein darauf verweisen, dass die ausblei­bende Rückmeldung als Ablehnung gewertet wird.

Die Begründung - ein essen­zi­eller Bestandteil des Anschreibens

Für eine Mieterhöhung gibt es zwei geset­zes­kon­forme Gründe. Sie können von der bereits im oberen Absatz angespro­chenen Erhöhung zur Anpassung an die ortsübliche Vergleichs­miete Gebrauch machen. Bei Moder­ni­sie­rungen besteht eine weitere Möglichkeit, die Miete anteilig zu erhöhen und die Ihnen entstan­denen Kosten auf die Mieter umzulegen. Erhöhen Sie die Miete im Rahmen einer Moder­ni­sierung, müssen Sie alle Arbeiten detail­liert auflisten und Ihren Mietern einen Einblick in die Maßnahmen und deren Kosten geben.

Die Festlegung eines Vertei­ler­schlüssels unter Einbezug aller Mietpar­teien ist notwendig und muss für den Empfänger des Schreibens plausibel sein. Bei Mieterhö­hungen von bis zu 8 Prozent müssen Sie nicht auf eine Zustimmung des Mieters warten, sofern es sich um die Umlage­kosten einer Moder­ni­sierung handelt. Erfolgt die Mieterhöhung in Anpassung auf die ortsübliche Vergleichs­miete, nennen Sie drei vergleichbare Wohnungen und deren Kosten.

Ein sachkun­diges Gutachten, Infor­ma­tionen aus der Mietda­tenbank und die Details aus dem quali­fi­zierten Mietspiegel sind Bestand­teile der Begründung. Wichtig ist, dass sich aus der Begründung Ihrer Mieterhöhung Plausi­bi­lität ergibt und dass das Schreiben für den Mieter nachprüfbare Gründe enthält. Ein allei­niger Verweis auf die Anglei­chung der Miete ist unzurei­chend und muss von Ihren Mietern nicht akzep­tiert werden.

Mieterhö­hungen immer mit Zustell­nachweis senden

Im kommenden Monat tritt die Erhöhung der Miete in Kraft und Sie warten bisher vergeblich auf die schrift­liche Anerkennung Ihrer Mieter? Wenn Sie den Versand per Einschreiben versandt haben, können Sie die ausblei­bende Reaktion als Ablehnung werten. Haben Sie den normalen Postweg für die Zustellung der Mieterhöhung gewählt, können Sie den Erhalt nicht beweisen und der Mieter kann behaupten, dass er den Brief nicht erhalten hat. Dem beugen Sie vor, in dem Sie derart wichtige Infor­ma­tionen mit Zustell­nachweis versenden und Ihre Mieter im Brief dazu auffordern, Ihnen die Zustimmung in schrift­licher Form bis zu einem bestimmten Datum zuzustellen.

Damit eine Mieterhöhung gültig wird und rechts­sicher durch­setzbar ist, sind die korrekten Formu­lie­rungen ebenso wichtig wie die geset­zes­kon­formen Inhalte. Vermeiden Sie bei der richtigen Formu­lierung einer Mieterhöhung unbedingt Form- und Formu­lie­rungs­fehler, nicht eindeutige Aussagen oder Forde­rungen, die im Bezug auf mietrecht­liche Bestim­mungen unlauter sind.

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